Neuigkeiten

Als vor 50 Jahren in Berlin der erste „Perinatalkongress“ von Erich Saling eröffnet wurde, hatte ein Fortbildungskongress im Vergleich zu heute sicher eine völlig andere Zielrichtung. Es gab damals weder powerpoint-Präsentationen noch ein überall verfügbares Internet mit dem man „Dr Google“ befragen konnte. Auch standen keine evidenzbasierte Leitlinien zur Verfügung. Kongresse spielten daher eine wichtige Rolle, wenn es darum ging, mit seinem Wissen „up to date“ zu sein.

Heute kann problemlos auf nationale und internationale Leitlinien zugegriffen werden. Bei speziellen Fragestellungen steht online die aktuelle Literatur zur Information zur Verfügung. Metanalysen von prospektiv randomisierten Studien helfen bei der Umsetzung einer optimalen individualisierten Therapie. Man ist nicht mehr auf das „eigene Bauchgefühl“ oder die subjektive Meinung von selbst ernannten Spezialisten angewiesen. Also wozu noch Kongresse ?

Das Kongressmotto „Hinter dem Horizont geht’s weiter“ beschreibt sehr gut, dass es nicht ausreicht, sich nur daran zu orientieren, was gerade im Blickfeld ist. Es ist nicht ausreichend nur bis zum Horizont „up to date“ zu sein, sondern es ist entscheidend, heute die richtigen Weichen für eine optimale Entwicklung in der Perinatalmedizin zu stellen.

Neue Diagnosemöglichkeiten wie die Omicstechnologien, Gentherapien und Stammzelltherapien sind nur einige der Fragestellungen, die uns in Zukunft beschäftigen werden. Die Digitalisierung und der Einsatz der Künstlichen Intelligenz (KI) werden zentrale Zukunftsaufgaben sein, die sinnvoll in die Betreuung der uns anvertrauten Patienten eingebunden werden müssen. Der unkritische Einsatz von Analysen aus großen Datenmengen (Big data) kann in Einzelfällen sogar den Tod des uns anvertrauten Patienten verursachen. Hier ist die gemeinsame Diskussion aller Berufsgruppen die sich mit „Perinatalmedizin“ befassen gefragt, um Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen. Neben der Diskussion in den zahlreichen Vortrags- und Postersitzungen spielt jedoch auch der persönliche Kontakt in den Pausen oder bei den Abendveranstaltungen eine wichtige Rolle. Das persönliche Gespräch ist trotz Digitalisierung ein ganz entscheidender Faktor um bei vielen sehr komplexen Fragestellungen noch einen „Durchblick“ zu bekommen.

Das Zitat „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“ belegt treffend, wie anspruchsvoll der Blick in die Zukunft ist. Das Zitat wird neben dem Komiker Karl Valentin, dem Politiker Winston Churchill, dem Autor Kurt Tucholsky aber auch dem Naturwissenschaftler Nils Bohr zugeschrieben. Das zeigt, dass nicht nur Wissenschaftler mit dem Problem „Zukunft“ befasst sind, sondern dass auch Kultur und Politik einzubinden sind, wenn es darum geht, einigermaßen zuverlässige Weichen für die Zukunft zu stellen. Die Politik spielt für die Umsetzung einer guten Qualität der Betreuung eine wichtige Rolle. Mit einer unzureichenden Finanzierung und wenig durchdachter Struktur der Kliniken kann keine optimale Qualität der medizinischen Betreuung umgesetzt werden. Es wird daher auf dem Kongress kritisch hinterfragt, ob die derzeitige Politik mit der Umsetzung von sog. Planungsrelevanten Qualitätsparametern nicht auf dem falschen Weg in die Zukunft unterwegs ist.

Der Kongress hat aber auch weiterhin eine zentrale Aufgabe, wenn es darum geht das derzeitige Wissensgebiet bis zum Horizont zu beleuchten. Dabei ist sicher der wissenschaftlich vorhandene Horizont meist deutlich breiter und weiter als der individuelle Horizont der Einzelperson. Ist man zusätzlich kurzsichtig, was ja auch in jungen Jahren schon möglich ist, dann verschwinden am Horizont automatisch viele Details. Mit der Altersweitsichtigkeit sieht man zwar sehr gut in die Ferne, Probleme vor Ort sind aber meist nicht mehr zuverlässig zu erkennen. Es macht daher Sinn, wenn man den „wissenschaftlichen Horizont“ im Rahmen eines Kongresses gemeinsam beleuchtet. Dies führt zweifelsohne zu einer Erweiterung des eigenen Horizontes. Es wird am Kongress die ganze Bandbreite des Wissens bis zum Horizont ausgeleuchtet. Die aktuelle Literatur wird diskutiert, aber es wird auch in zahlreichen Kursen die Möglichkeit geboten seine handwerklichen Fähigkeiten zu verbessern.

„Zusammen sind wir stark“: Ein weiterer Vorteil des interdisziplinären Kongresses ist, dass hier die Fachbereiche Geburtshilfe – Neonatologie – Hebammenkunde gleichrangig vertreten sind.
Ein Kongress macht daher auch heute noch Sinn macht. Man bekommt einen zusammenfassenden Überblick über den derzeitigen Wissenstand. Der gemeinsame Blick hinter den Horizont hilft, die Weichenstellung für die nächsten Jahrzehnte richtig zu planen. Im eigenen, sowie im Namen des Kongresspräsidenten Rolf Schlößer sowie des Vorstandes der DGPM laden wir Sie herzlich zum nächsten Kongress für Perinatale Medizin vom 28. – 30. November 2019 nach Berlin ein. Aktuelle Informationen erhalten Sie über www.dgpm- kongress.de

Mit freundlichen Grüßen
Ihr F. Kainer (Präsident der DGPM)

Zurück zur Übersicht

Prof. Dr. Ekkehard Schleußner
Klinik für Geburtsmedizin
Universitätsklinikum Jena

Wie immer am Jahreswechsel lasse ich das vergangene Jahr Revue passieren und schaue was im neuen Jahr so auf mich zukommt. Welche Schlagzeilen des Jahres 2018 werden wichtig bleiben?

  • Wärmstes Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichungen vor 130 Jahren (FAZ 2.11.18)

  • Jahrhundertsommer mit Langzeit tropischen Temperaturen

  • Rhein und Elbe führen Niedrigwasser wie noch nie

  • Größter Wirtschaftsbetrug wird verharmlost zum Dieselskandal und bleibt – noch – ohne Folgen

  • Fahrverbote in zahlreichen großen deutschen Städten für ältere Diesel

  • Klimagipfel in Katowice ignoriert IPCC Sonderbericht 1,5° (IPPC 2018)

Ach, jetzt kommt das Gutmenschengequatsche auch schon in die ZGN – muss das sein? Was geht uns als Kinder- und Frauenärzte das schon an?

Naja, zum einen natürlich, weil ich persönlich betrogen wurde als ich vor 5 Jahren ganz bewusst „blue tec“ made in Germany gekauft habe. Und zum zweiten jetzt höhere Benzin- und Dieselpreise bezahlen muss, weil die Öltanker nicht mehr den Rhein hinauf kommen und auf die Schiene umgestellt werden muss. Da aber die Kapazitäten nicht reichen, werden die Raffinerien in den Ballungszentren im Südwesten und am Mittelrhein kaum mehr ausreichend versorgt (Wirtschaftswoche 20.11.2018).

Der Klimawandel ist in Deutschland angekommen- und in unseren Krankenhäusern!

Erinnern Sie sich noch an die lähmende Hitze in den Patienten- und Behandlungszimmern? Welches Krankenhaus in Deutschland hat eine durchgehende Klimatisierung außerhalb des OP- und ITS- Bereiches? Neun der zehn wärmsten Jahre sind im 21. Jahrhundert gemessen wurden (Umweltbundesamt, 06.08.18) – es ist nicht zu erwarten, dass sich dieser Trend ändert. Wird Geld da sein unsere Praxen und Krankenhäuser nachzurüsten?

Das ist keine rhetorische Frage, sondern eine eminent medizinische. Eine wesentliche Übersterblichkeit in Hitzeperioden wurde in Deutschland schon vor Jahren nachgewiesen- besonders betroffen sind Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Demenz (weil da auch das Durstempfinden vergessen wird) (Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 2017). Das Hitzeextrem mit stärkstem Gesundheitseffekt war bisher der Sommer 2003, in dem europaweit über 50.000 und in Deutschland etwa 7000 Menschen zusätzlich an den Folgen der Hitzebelastung starben (Bunz, Bundesgesundheitsblatt 2018).

Aber das betrifft nicht unbedingt unsere Patientenklientel, könnte man meinen. Doch auch das täuscht. Bereits 2013 publizierten italienische Kollegen, dass während Hitzeperioden in Rom die Frühgeburtlichkeit um 19% angestiegen ist. Ein systematischer Review von immerhin 36 Studien bestätigt diese Assoziation und beschreibt auch ein höheres Risiko für fetale Wachstumsrestriktion und intrauterinem Fruchttod (Zhang et al 2017). Und ganz aktuell zeigen Daten aus Seoul, dass pro 5,5° Temperaturanstieg die Frühgeburtenrate um ca. 3% steigt (Son et al. 2019). Das dürfte vor allem damit verbunden sein, dass die Rate an frühem vorzeitigem Blasensprung (PPROM) in den Sommermonaten pro 1° Temperaturanstieg um 5% (95% CI, 3%, 6%) höher ist – zumindest in den USA (Ha et al. 2018). Deutsche Zahlen gibt es dazu nicht......

Und dann steigt auch noch das Relative Risiko für ein neonatales Atemnotsyndrom auf 1.40 (CI95% 1.25, 1.56) – nein, nicht mit der Hitze, aber mit erhöhten Stickoxidwerten (Seeni et al 2018)....wie war das mit den Fahrverboten?....

Liebe Kollegen, schauen Sie sich die Botschaft des deutschen Raumfahrers Alexander Gerst aus der ISS an seine Enkel an. Er hat Recht – Wir können nicht sagen, wir hätten es nicht wissen können.

Ihr
Ekkehard Schleußner 
Schriftführer der DGPM

Alexander Gerst: Nachricht an meine Enkelkinder [with Closed Captions] – YouTube www.youtube.com/watch

Brachat-Schwarz w, Winkelmann U: Führt der Klimawandel zu einem Anstieg der »Hitzetoten«? Zur Abschätzung der Sterbefälle aufgrund hoher Temperaturen in Baden-Württemberg. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg www.statistik- bw.de/Service/Veroeff/Monatshefte/20170802

Bunz M, Mücke G. Bundesgesundheitsbl 2018 · 61:98 doi.org/10.1007/s00103-017-2679-6
Ha S, Liu D, Zhu Y, Sherman S, Mendola P. Acute Associations Between Outdoor Temperature and

Premature Rupture of Membranes. Epidemiology. 2018 Mar;29(2):175-182

IPCC, 2018: Summary for Policymakers. In: Global Warming of 1.5 °C. An IPCC Special Report on the impacts of global warming of 1.5 °C above preindustrial levels and related global greenhouse gas emission pathways, in the context of strengthening the global response to the threat of climate change, sustainable development, and efforts to eradicate poverty. Deutsche Übersetzung www.de-ipcc.de/media/content/SR1.5-SPM_de_181130.pdf

Schifano P, Lallo A, Asta F, De Sario M, Davoli M, Michelozzi P. Effect of ambient temperature and air pollutants on the risk of preterm birth, Rome 2001-2010. Environ Int. 2013 Nov;61:77-87

Seeni I, Ha S, Nobles C, Liu D, Sherman S, Mendola P. Air pollution exposure during pregnancy: maternal asthma and neonatal respiratory outcomes. Ann Epidemiol. 2018 Sep;28(9):612-618.e4. doi: 10.1016/j.annepidem.2018.06.003. Epub 2018 Jun 13.

Son JY, Lee JT, Lane KJ, Bell ML. Impacts of high temperature on adverse birth outcomes in Seoul, Korea: Disparities by individual- and community-level characteristics. Environ Res. 2019 Jan;168:460- 466

Zhang Y, Yu C, Wang L.Temperature exposure during pregnancy and birth outcomes: An updated systematic review of epidemiological evidence. Environ Pollut. 2017 Jun;225:700-712

Umweltbundesamt: Neun der zehn wärmsten Jahre im 21. Jahrhundert gemessen www.umweltbundesamt.de/themen/neun-der-zehn-waermsten-jahre-im-21-jahrhundert, aktualisiert 06.08.2018

Die Welt der –omics hat in den letzten 15 Jahren Einzug in die Medizin gehalten. Der Begriff -omics ist eine Wortneuschöpfung aus dem Forschungsbereich der Biologie und dient als Oberbegriff für molekularbiologische Methoden (genomics, transcriptomics, proteomics, metabolomics, secretomics…) die auf "-omic" enden. Das Suffix –omics hat, wie so vieles in der medizinischen Terminologie, seinen eigentlichen Ursprung in der griechischen Sprache. Es wird von „ομική„abgeleitet und bedeutet „weiblich“. Vielleicht ein weiterer Hinweis, dass die Zukunft der Medizin vom weiblichen Geschlecht bestimmt wird.

Mit der neuen Technologie werden bei jedem Patienten tausende von Merkmalen analysiert und es wird so versucht den individuellen Krankheitsverlauf zu charakterisieren. Die individuelle Betreuung von Patienten ist jedoch keine Erfindung der letzten Jahrzehnte, sondern war bereits bei den alten Griechen eine wesentliche Grundlage der Therapie. Neue diagnostische Möglichkeiten in den letzten 50 Jahren (Serumbiochemie, Chromosomenanalyse, Ultraschall, MRT-Diagnostik) haben Laborparameter in den Mittelpunkt der Betreuung gestellt, die aber meist nicht das Potential hatten, den individuellen Krankheitsverlauf zuverlässig zu erfassen. Es erfolgte häufig eine Therapie der Laborparameter. Zudem wurde der Patient durch die Spezialisierung der verschiedenen Fachgebiete in seine „Einzelbestandteile“ zerlegt, wo jeder sein Spezialgebiet perfekt beherrschte aber kaum jemand in der Lage  war, der den „ganzen“ Menschen im Blick hatte. Mit der zunehmenden Ökonomisierung ist das Wohl des Patienten weiter in den Hintergrund getreten. Es begann die Ärea der „Ökonomics“ und diese Phase ist noch nicht abgeschlossen. Unspezifische diagnostische Methoden, Spezialisierung der Fachgebiete, finanzieller Druck sind nicht die idealen Voraussetzungen für eine optimale individualisierte Behandlung der Patienten. Da ist es natürlich wünschenswert, dass am Horizont neue Technologien auftauchen, die möglicherweise das Potential haben, das Gesundheitswesen zu revolutionieren. Oder handelt es sich nur um neuen Wein in alten Schläuchen, wechseln wir nur die Namen und alles läuft wie bisher?

Mit verschiedenen Technologien (genomics, transcriptomics, proteomics, metabolomics, secretomics…) können nun molekularbiologischen Prozesse untersucht werden, die uns ein neues Verständnis der Pathophysiologie von Erkrankungen erschließen. Neben der Verbesserung der Diagnose und Therapie wird möglicherweise auch eine zuverlässigere Prognoseeinschätzung möglich werden.

Die Onkologie war eines der ersten Fachbereiche, in dem gezeigt werden konnten, dass eine individuelle Karzinomtherapie die Therapieoption der Zukunft darstellt. Inwieweit könnte dies auch die Perinatologie betreffen?

So ist zB ist die Frühgeburtenvermeidung ein bislang ungelöstes Problem, hier konnte in den letzten Jahrzehnten kein wesentlicher Fortschritt erzielt werden. Man versuchte anhand von umfangreichen epidemiologischen Studien Ansatzpunkte zu finden, um eventuell von Ländern mit sehr geringer Frühgeburtenrate zu lernen. Man hat dabei aber meist übersehen, dass die Diagnose einer Frühgeburt nicht in allen Ländern gleich definiert ist. Ja es gibt sogar Unterschiede innerhalb eines Landes, da die Grenze zwischen extremer Frühgeburt und einem Spätabort scheinbar fließend ist und neben allgemeinen Definitionen auch von der Einschätzung des beteiligten Fachpersonals abhängig ist. Auch sind die Patientenkollektive nicht vergleichbar, da bislang keine Untersuchungen aus dem Bereich der- omics durchgeführt wurden. Dabei spielt bereits das Genom von Mutter und Kind eine entscheidende Rolle in der Entstehung der Frühgeburt. Die entscheidenden Veränderungen im Genom zu erkennen, wäre ein erster wichtiger Schritt um die Risikogruppen besser zu erfassen. Eine genetische Variante des Progesteronrezeptors war möglicherweise eine Ursache für das Aussterben des Neantherthalers, da die Kinder immer häufiger zu früh geboren wurden. Zusätzlich Veränderungen im Bereich der Proteomics, der Zellinteraktion und schließlich der Organfunktion zu erfassen, führt möglicherweise auch zu ganz neuen Therapieansätzen. Die vielschichtige Pathogenese der Frühgeburt wäre ein ideales Krankheitsbild für den Einsatz der Omicstechnologien. Ebenso ist das Amnioninfektionsyndrom immer noch ein völlig unverstandenes Krankheitsgebiet, es wäre sehr wünschenswert, hier eine zuverlässigere Einschätzung der drohenden Infektion des Feten zu erkennen, um entscheiden zu können welche Schwangerschaft prologiert werden kann und welchen beendet werden muss.  Auch für die Diagnose der Infektion von Frühgeborenen würden sich völlig neue Diagnose und Therapiemöglichkeiten ergeben. Die CRP-Analyse ist ein Parameter der deutlich zu spät auftritt und den Krankheitsverlauf schlecht charakterisieren kann. Eine frühzeitige Erfassung einer drohenden Sepsis wäre sowohl für die Neonatologie als auch für die Geburtshilfe ein wesentlicher Baustein für einen optimalen Therapieerfolg. Eine Verzögerung des Therapiebeginnes erhöht die Mortalitätsraten dramatisch. Da eine genetische Disposition für die Entwicklung einer Sepsis vorhanden ist, wäre durch die Analyse des Genoms eine Erfassung der Risikogruppe möglich. Die Bestimmung von Transkriptomen ist technisch machbar und ohne Zweifel ist mit der Bestimmung der messengerRNA frühzeitig die Entwicklung einer Infektion vorhersehbar. Proteomics reflektieren den aktuellen Stoffwechselzustand des Organismus, wobei hier Analysen aus Blut und Urin möglich sind. Vor allem die Urinanalysen sind problemlos jederzeit möglich und sind dadurch vor allem in der Neonatologie von großer Bedeutung. Analysen aus dem Fruchtwasser könnten so möglicherweise frühzeitig eine Infektion anzeigen. Metabolimcs spielen derzeit vor allem in der Lebensmittelindustrie eine große Rolle. Neben dem Einblick in oxidative Phosphorylierung, die Glykolyse, die Proteolyse ist mit der Erfassung der mitrochondrialen Dysfunktion eine Beurteilung des Krankheitsverlaufes auf molekularer Ebene möglich.

Es gibt kaum ein Krankheitsbild in der Perinatologie, dass durch die umfangreichen Techniken der –Omics nicht profitieren würde.

Prof. Dr. Jörg Hacker, Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat die Herausforderungen, die an uns in Zukunft gestellt werden  klar formuliert:  „Die neuen Möglichkeiten der Lebenswissenschaften stellen neue Anforderungen an die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern, an die technische und informationstechnische Ausstattung und Vernetzung unserer Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie an eine nachhaltige Infrastrukturförderung“

Neben der Politik, die die finanziellen Möglichkeiten zur Verfügung stellen müsste, sind die Universitäten gefordert Strukturen zu schaffen, die sich wissenschaftlich intensiver mit der Thematik befassen.

Die Omicstechnologien sind neuer Wein in alten Schläuchen, die Grundstruktur der menschlichen Physiologie wird sich dadurch nicht ändern. Aber die neuen Möglichkeiten werden die Diagnose du Therapiemöglichkeiten zweifelsohne revolutionieren.